Der Fachberater             

 

Neue Pflanzen braucht der Garten

 

 

 

 


Nach dem Abblühen der Dahlien sollten Sie an die

Knollen denken: vorsichtig ausgraben, Erde

abklopfen und Stängel auf 10 cm zurückschneiden.

Nach dem Trocknen dunkel und frostfrei lagern!

Foto: Krüger

Schon im Herbst kann man beginnen, das Gartenjahr auszuwerten. Dabei wird uns bewusst, mit welchen Pflanzen wir unzufrieden waren - sei es durch hohen Krankheitsbefall und/oder schlechte Erträge. Jetzt im Oktober haben wir schon die Gelegenheit, diese Exemplare zu ersetzen. Es ist Pflanzzeit! Und die Baumschulen haben jetzt dank wurzelnackter Ware das größte Angebot!
                

Dies gilt insbesondere für Obstgehölze, Rosen und Ziersträucher. Aber auch für Lilien ist jetzt Pflanzzeit. Und auch Stauden oder junge Gehölze, die offensichtlich den falschen Standort haben, können wir jetzt umsetzen. Bei Rosen entscheiden Sie sich bitte für ADR-Sorten (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung)! Diese Sorten sind ausreichend gesund an allen Standorten, Pilzbekämpfungsmaßnahmen sind hier nicht erforderlich.
                

Bei Obstgehölzen ist es etwas schwieriger. Auch moderne, resistente Neuzüchtungen passen nicht in jede Region. Diese Erfahrung musste leider auch ich machen. Daher bei Unsicherheit lieber auf alte, regional bewährte Sorten zurückgreifen. Oder natürlich auf neue Sorten, mit denen es schon gute Erfahrungen gibt. Die empfehlenswerten Neuzüchtungen findet man auf http://www.artevos.de, und auch eine Liste jener Baumschulen, die diese Sorten vertreiben. In Sachsen gezüchtete Sorten sollten auf jeden Fall besonders berücksichtigt werden, da sie natürlich besser zu unserem Klima passen.
                

Beim Neukauf von Ziergehölzen achten Sie bitte auf einheimische Arten - vorzugsweise auf Blütensträucher mit einfachen, ungefüllten Blüten, damit unsere Insekten an Pollen und Nektar gelangen. Die Auswahl ist hier größer geworden, da es von vielen beliebten Arten und Gattungen jetzt weniger stark wachsende Sorten gibt (unter 2 m), sodass wir in punkto Größe auch ohne Schnitt der Kleingartenordnung entsprechen. Zu diesen Sorten fragen Sie bitte in der Baumschule Ihres Vertrauens oder Ihren Fachberater.
                

Etablierte Obstgehölze benötigen jetzt noch Pflege: An den Obstbaumstämmen bringt man jetzt die Leimringe gegen das Aufwandern der Frostspannerweibchen an. Damit der Leimring gut anliegt, sollte der Stamm vorher mit einem Kratzer oder einer groben Bürste geglättet werden. Als Schutz vor Frostrissen können die Obstbaumstämme jetzt geweißt werden, entsprechende Anstriche (arbo-flex) gibt es im Fachhandel.
                

Außerdem pflücken wir verbliebene Fruchtmumien aus der Krone und entsorgen diese. Das mindert den Befallsdruck mit Fäulepilzen im Folgejahr. Noch vorhandenes Fallobst sollte ebenfalls entsorgt werden. Hatten die Obstbäume pilzliche Blattkrankheiten, wie z.B. Schorf oder Sprühfleckenkrankheit, entfernt man auch das abgefallene Laub unter den Bäumen, da die Krankheitserreger hier überwintern und im nächsten Frühjahr unsere Gehölze erneut infizieren. Gesundes Laub kann zur Bodenverbesserung gern liegen bleiben.
                

Schneiden Sie Ihre Obstbäume jetzt nicht mehr. Die Gefahr einer Infektion, z.B. mit Obstbaumkrebs oder holzzersetzenden Pilzen, über die Schnittwunden ist im Herbst zu groß. Wenn Ihre Bäume einen Winterschnitt benötigen, warten Sie wenigstens noch ein Vierteljahr.
                

Genießen Sie die letzten sonnigen Tage im Garten! Ich wünsche dabei viel Freude und natürlich weiter eine gute Ernte!
                
Jörg Krüger, Landesgartenfachberater